Augen auf beim Zweiradkauf

Dieser Beitrag wurde mir zugemailt mit der Bitte um Veröffentlichung. Wissenswertes für Motorradkäufer und Verkäufer.

Von: Anne-Katrin Meyer [mailto:redaktion@helmexpress.com]

Motorrad gebraucht kaufen – Worauf ist zu achten

Der erste wichtige Punkt, der bei einem beabsichtigten Kauf eines gebrauchten Motorrades beachtet werden sollte, ist der der Rechtslage. Seit einiger Zeit gilt in ganz Europa, und damit auch in Deutschland, die Sachmängelhaftung. Ein privater Verkäufer kann diese vertraglich ausschließen, wenn der Käufer damit einverstanden ist. Ein Händler ist gesetzlich gezwungen, eine mindestens 1 Jahr gültige Sachmängelhaftung in den Vertrag aufzunehmen. Üblich sind 2 Jahre. In diesen Zeiträumen kann der Verkäufer für nachträglich auftretende Schäden haftbar gemacht werden, wobei es egal ist, ob der Verkäufer davon wusste oder nicht. Gleichzeitig steht der Verkäufer in der Pflicht, zu der angebotenen Maschine wahrheitsgetreue Angaben zu machen. Gab es schon einmal Unfälle mit dem Motorrad, so muss der Verkäufer dies dem Käufer mitteilen. Rein rechtlich sogar dann, wenn der Käufer nicht danach fragt.

Um allem nachträglichen Ärger aus dem Weg zu gehen, ist es das Beste, die Maschine beim Besichtigungstermin gründlich zu prüfen und zu testen. Der Werkstattbesuch während der Besichtigung ist natürlich die intensivste Art der Prüfung. Dies kostet aber Geld und darf ohne Erlaubnis des Besitzers nicht durchgeführt werden.

Eine Checkliste kann aber fast genauso gute Dienste leisten. Einfach Punkt für Punkt abarbeiten. Wer zu wenig Erfahrung mit Motorrädern besitzt, sollte sich einen Kollegen aus „Schrauberkreisen“ mitnehmen. Aber auch ohne fachliche Unterstützung können mit den 31 Punkten der nachfolgenden Checkliste die meisten Mängel ausgeschlossen oder zumindest noch vor dem Kauf festgestellt werden.

Neben der Liste unbedingt noch eine Taschenlampe mitnehmen und den Verkäufer telefonisch bitten, die Maschine nicht warm zu fahren (Kaltstartverhalten prüfen).

Der erste Eindruck

1. Bild des Inserats und Realität stimmen überein?
2. Serienmäßige Ausstattung vollständig und in Ordnung?
3. Schlüssel für Lenkrad, Tank, Sitzbank etc. vorhanden?

4. Armaturen unbeschädigt?
5. Kilometerangaben entsprechen Tachostand?
6. Wichtig: Lichtanlage voll funktionsfähig?

7. Mit der Lampe den Innentank auf Rost untersuchen?
8. Batteriepole sauber und nicht korrodiert?
9. Lässt sich das Alter der Batterie feststellen?

10. Wichtig: EG-Betriebserlaubnis für eventuellen Tuning-Auspuff vorhanden?
11. Wichtig: Mindestprofiltiefe der Reifen 1,6 mm.
12. Alter der Reifen, Versprödungsgefahr?

13. Wichtig: Leckagen an den Bremsleitungen suchen.
14. Bremsscheiben besitzen keine Riefen?
15. Bremshebel-Rückstellung einwandfrei?

16. Kettenspanner und Kettenspiel prüfen.
17. Kettenrad verschleißt (abgerundete Zähne)?
18. Kardan-Motorräder: Kardangelenk ohne Spiel, Manschette sauber und dicht.

19. Lenkkopflager-Spiel prüfen: Wackeln am Lenker bei angezogener Bremse.
20. Standrohre sind frei von Ölspuren?
21. Stoßdämpfer federn nicht oder kaum nach?

22. Lagerspiel der Räder mittels Wackeln testen, Maschine dazu aufbocken.
23. Alufelgen: Risse oder tiefe Schrammen im Metall?
24. Speichenräder: Nichts wackelt und alle Speichen da?

Punkte zur Probefahrt

25. WICHTIG: Auch bei Probefahrten gilt: Unbedingt Helm aufsetzen, aktuelle Modelle gibt es bei www.helmexpress.com

26. Extrem vibrierende Armaturen beim Beschleunigen? Den Verkäufer über die mögliche Ursache befragen.

27. Läuft die Maschine sauber in der Spur? Wenn nicht, kann ein Rahmenschaden bestehen.

28. Abgenutzte Ritzel und Kettenräder erzeugen sirrende Nebengeräusche

29. Für rasselnde Geräusche sorgen schlecht eingestellte oder abgenutzte Steuerketten.

30. Kupplung rutscht durch? Alte Kupplungsbeläge, verstellte Kupplung.

31. Bläuliche Rauchschwaden aus dem Endtopf ? Entweder abgeschliffene Kolbenringe oder verschmutzte und verkrustete Ventilschaftdichtungen.

Fazit

Konnte das Motorrad in allen 31 Punkten bestehen, so sieht es nach einem guten Kauf aus, vorausgesetzt der Preis ist dem Alter und der Fahrleistung angemessen. Sind kleinere Dinge zu bemängeln, gibt dies Verhandlungsspielraum. In der Regel lassen Verkäufer beim Preis meist noch etwas Luft nach unten.

 

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