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Augen auf beim Zweiradkauf

Dieser Beitrag wurde mir zugemailt mit der Bitte um Veröffentlichung. Wissenswertes für Motorradkäufer und Verkäufer.

Von: Anne-Katrin Meyer [mailto:redaktion@helmexpress.com]

Motorrad gebraucht kaufen – Worauf ist zu achten

Der erste wichtige Punkt, der bei einem beabsichtigten Kauf eines gebrauchten Motorrades beachtet werden sollte, ist der der Rechtslage. Seit einiger Zeit gilt in ganz Europa, und damit auch in Deutschland, die Sachmängelhaftung. Ein privater Verkäufer kann diese vertraglich ausschließen, wenn der Käufer damit einverstanden ist. Ein Händler ist gesetzlich gezwungen, eine mindestens 1 Jahr gültige Sachmängelhaftung in den Vertrag aufzunehmen. Üblich sind 2 Jahre. In diesen Zeiträumen kann der Verkäufer für nachträglich auftretende Schäden haftbar gemacht werden, wobei es egal ist, ob der Verkäufer davon wusste oder nicht. Gleichzeitig steht der Verkäufer in der Pflicht, zu der angebotenen Maschine wahrheitsgetreue Angaben zu machen. Gab es schon einmal Unfälle mit dem Motorrad, so muss der Verkäufer dies dem Käufer mitteilen. Rein rechtlich sogar dann, wenn der Käufer nicht danach fragt.

Um allem nachträglichen Ärger aus dem Weg zu gehen, ist es das Beste, die Maschine beim Besichtigungstermin gründlich zu prüfen und zu testen. Der Werkstattbesuch während der Besichtigung ist natürlich die intensivste Art der Prüfung. Dies kostet aber Geld und darf ohne Erlaubnis des Besitzers nicht durchgeführt werden.

Eine Checkliste kann aber fast genauso gute Dienste leisten. Einfach Punkt für Punkt abarbeiten. Wer zu wenig Erfahrung mit Motorrädern besitzt, sollte sich einen Kollegen aus „Schrauberkreisen“ mitnehmen. Aber auch ohne fachliche Unterstützung können mit den 31 Punkten der nachfolgenden Checkliste die meisten Mängel ausgeschlossen oder zumindest noch vor dem Kauf festgestellt werden.

Neben der Liste unbedingt noch eine Taschenlampe mitnehmen und den Verkäufer telefonisch bitten, die Maschine nicht warm zu fahren (Kaltstartverhalten prüfen).

Der erste Eindruck

1. Bild des Inserats und Realität stimmen überein?
2. Serienmäßige Ausstattung vollständig und in Ordnung?
3. Schlüssel für Lenkrad, Tank, Sitzbank etc. vorhanden?

4. Armaturen unbeschädigt?
5. Kilometerangaben entsprechen Tachostand?
6. Wichtig: Lichtanlage voll funktionsfähig?

7. Mit der Lampe den Innentank auf Rost untersuchen?
8. Batteriepole sauber und nicht korrodiert?
9. Lässt sich das Alter der Batterie feststellen?

10. Wichtig: EG-Betriebserlaubnis für eventuellen Tuning-Auspuff vorhanden?
11. Wichtig: Mindestprofiltiefe der Reifen 1,6 mm.
12. Alter der Reifen, Versprödungsgefahr?

13. Wichtig: Leckagen an den Bremsleitungen suchen.
14. Bremsscheiben besitzen keine Riefen?
15. Bremshebel-Rückstellung einwandfrei?

16. Kettenspanner und Kettenspiel prüfen.
17. Kettenrad verschleißt (abgerundete Zähne)?
18. Kardan-Motorräder: Kardangelenk ohne Spiel, Manschette sauber und dicht.

19. Lenkkopflager-Spiel prüfen: Wackeln am Lenker bei angezogener Bremse.
20. Standrohre sind frei von Ölspuren?
21. Stoßdämpfer federn nicht oder kaum nach?

22. Lagerspiel der Räder mittels Wackeln testen, Maschine dazu aufbocken.
23. Alufelgen: Risse oder tiefe Schrammen im Metall?
24. Speichenräder: Nichts wackelt und alle Speichen da?

Punkte zur Probefahrt

25. WICHTIG: Auch bei Probefahrten gilt: Unbedingt Helm aufsetzen, aktuelle Modelle gibt es bei www.helmexpress.com

26. Extrem vibrierende Armaturen beim Beschleunigen? Den Verkäufer über die mögliche Ursache befragen.

27. Läuft die Maschine sauber in der Spur? Wenn nicht, kann ein Rahmenschaden bestehen.

28. Abgenutzte Ritzel und Kettenräder erzeugen sirrende Nebengeräusche

29. Für rasselnde Geräusche sorgen schlecht eingestellte oder abgenutzte Steuerketten.

30. Kupplung rutscht durch? Alte Kupplungsbeläge, verstellte Kupplung.

31. Bläuliche Rauchschwaden aus dem Endtopf ? Entweder abgeschliffene Kolbenringe oder verschmutzte und verkrustete Ventilschaftdichtungen.

Fazit

Konnte das Motorrad in allen 31 Punkten bestehen, so sieht es nach einem guten Kauf aus, vorausgesetzt der Preis ist dem Alter und der Fahrleistung angemessen. Sind kleinere Dinge zu bemängeln, gibt dies Verhandlungsspielraum. In der Regel lassen Verkäufer beim Preis meist noch etwas Luft nach unten.

 

Wann wird es endlich wieder Sommer?

Das haben wir uns ja lange genug gefragt. Nun hatten wir ein paar Tage lang mehr Sonne, als einigen Menschen lieb war. Wohl den Autofahrern, die eine funktionierene Klimaanlage „an Bord“ haben. Mit kühlem Kopf fährt es sich einfach besser. Trotzdem sollten ein paar Tipps beherzigt werden, vor allem Mitgefühl mit allen Fahrerinnen und Fahrern, die die Natur pur und ungekühlt geniessen dürfen. Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer, aber auch Besitzer älterer Autos oder solchen mit defekter Klimaanlage. Oder Jenen, die gerade erst losgefahren sind und noch ungekühlt im aufgeheizten Innenraum schwitzen.

Auch die Straßen haben mit der Hitze zu kämpfen, denn gerade auf dünnen, älteren Betondecken wächst die Gefahr von sogenannten Blow ups – ein Ausdehnen der Betonplatten, die sich dann aneinander aufschichten. Sogar Schienen sind in ihren Gleisbetten geschmolzen und Oberleitungen hingen durch.

Bei Fahrerinnen und Fahrern läßt duch die Hitze die Konzentration arg nach und die Reizschwelle sinkt. Geduld mit anderen bleibt dabei dann leider oft auf der Strecke. Die Fehlerhäufigkeit steigt an.

Was kann man nun tun, um unbeschadet durch den Sommer zu kommen?

Ausreichend trinken, am Besten Wasser oder Fruchtschorlen

Wenn möglich, Fahrten entsprechen den Wetterberichten planen und die Mittagshitze vermeiden

Vor dem Losfahren die Autotüren oder Fenster öffnen und die größte Hitze entweichen lassen

Nur fahren, wenn man sich auch gut fühlt und fit ist

Bei ersten Anzeichen von Müdigkeit oder Konzentrationsmängeln Pause machen, ggf. auch einen Fahrerwechsel in Betracht ziehen

Rechtzeitig den Verkehrsbericht hören – oder online nachlesen – damit Staus und Fahrbahnschäden nicht unerwarten kommen

Immer genung Benzin/Diesel im Tank haben falls unerwartet „nichts mehr geht“

Trinken und leichtes Essen, z.B. Obst oder Knäckebrot mitnehmen

Moderates Tempo und große Abstände einhalten, da es vermehrt unkonzentrierte oder gestresste Fahrer/innen gibt

Nicht unter Zeitruck losfahren

Die Klimaanlage nicht auf „Alaska“ stellen, sondern moderat benutzen, da sonst mit Erkältungen gerechnet werden muß. Ideal sind zwischen 20 und 25 Grad

An Sonnenschutz – gerade auch für mitfahrende Kinder – denken

Im Schatten rasten

Die Liste kann beliebig fortgesetzt werden…..

Wenn dann das Wetter umschlägt, dran denken, das die Straßen glitschig werden können, wenn der ganze Staub und Dreck fortgespült werden. Kommt der Regen dann gar sintflutartig, auch an Aquaplaning schon bei geringen Geschwindigkeiten denken. Auf waghalsige Überholmanöver verzichten – der Vordermann hat vermutlich einen guten Grund, vom Gas zu gehen!

Geschichten aus dem Fahrlehrerleben

Geschichten aus dem Fahrlehrerleben.

aufgeschrieben von meiner Kollegin Nadine Barro, die uns aber in ähnlicher Form allen schon passiert sind.

Wir fahren auf einer Landstraße. Sabine, 17, hat ihre 7. Fahrstunde. Sie hat schon etwas Erfahrung, besitzt den Rollerführerschein. Die digitale Tachoanzeige des Fahrschulautos sagt, wir fahren genau 101 km/h. Ein dunkelblauer PKW überholt uns zügig. Sabine schaut nochmal auf den Tacho, fragt erstaunt: „Wieso überholt der? Wir dürfen doch nur 100, oder?“

Stefan, 18, ist nervös. Er hat seine 4. Fahrstunde. Wir stehen an einer roten Ampel. Ganz vorne. Stadtgebiet. Die Anfahrübungen, die wir gemacht haben, haben gut geklappt. Aber da waren wir allein auf der Straße. Nun stehen Autos hinter uns. Ich beruhige ihn, sage, er solle sich etwas Zeit lassen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Die Ampel schaltet auf „grün“. Stefan lässt die Kupplung langsam kommen, gibt etwas Gas dazu. Das Fahrschulauto sollt langsam an. Der Motor stirbt nicht ab. Stefan freut sich. Das Auto hinter uns hupt. Stefan schaut mich fragend an.

Marie, 17, hat heute einen schlechten Tag. In der Schule hat sie eine Arbeit verhauen. Wir stehen an einer roten Ampel. Vor uns stehen 2 Fahrzeuge. Die Ampel schaltet um. Die Fahrzeuge vor uns setzen sich in Bewegung. Marie fährt auch los, würgt den Motor ab. Sie hat heute ihre 12. Fahrstunde. Ich versuche sie zu beruhigen. „Das kann mal passieren, konzentrier dich ein bisschen mehr und dann fahren wir einfach wieder los.“ Das Auto hinter uns hupt uns an. Über meinen Innenspiegel sehe ich, dass der Fahrer hinter uns wild mit den Armen fuchtelt und offensichtlich schimpft. Marie wird nervös, braucht etwas länger, um loszufahren. Der Fahrer hinter uns hat es offenbar sehr eilig. Er wechselt hinter uns auf die linke Fahrspur und überholt uns. Als er an uns vorbeifährt, schimpft er immer noch und zeigt uns den „Vogel“.

Thomas, 19, steht kurz vor der praktischen Prüfung. Einen Termin hat er schon. Morgen. Er macht den Anhängerführerschein. Wir üben nochmal die Grundfahraufgabe „Links-Rückwärts in eine Einmündung, die er auch morgen machen muss. Wir halten am rechten Fahrbahnrand. Thomas bittet mich auszusteigen, um den Verkehr nach hinten abzusichern. Ich steige aus und stelle mich an eine geeignete Stelle. Thomas rangiert den Anhängerzug sicher nach links in die Einmündung. Jetzt nur noch geradestellen. Thomas möchte einen Korrekturzug nach vorne machen. Von rechts nähert sich ein Auto. Thomas wartet. Das Auto biegt in die Straße ein, in der wir stehen, hält auf meiner Höhe. Die Beifahrerin lässt das Seitenfenster herunter, fragt: „Was soll denn das? Muss das sein?“ Ich schaue sie fragend an, sage ihr, dass wir gleich wieder weg sind. Sie meint: „Das ist mir egal, es muss ja wohl nicht sein, dass hier ständig Fahrschulen mit Anhänger üben!“ Wir sollten doch auf den Verkehrsübungsplatz gehen!

Sind diese Geschichten wahr? Nicht ganz. Die Namen der Fahrschüler sind frei erfunden. Der Rest ist tatsächlich so passiert. Fast jeder Fahrschüler vermutlich wird im Laufe seiner Führerscheinausbildung einmal eine Sabine, ein Stefan, eine Marie oder ein Thomas sein. Vielleicht auch in etwas abgewandelter Form.

Wir Fahrlehrer und Fahrlehrerinnen haben tagtäglich mit ihnen zu tun. Das ist unser Beruf und unsere Leidenschaft. Wir bilden gerne Fahranfänger aus. Nur macht es nicht immer Spaß im Straßenverkehr, wenn man ständig „gemobbt“ wird.

Unterhalten wir uns mit anderen Leuten, bekommen wir meistens zu hören: „Du bist Fahrlehrer? Da musst du aber bestimmt viel Geduld haben. Ich könnte das nicht! Mit diesen dummen Fahrschülern, die nichts können!“

Zum Schluss noch eine Geschichte, wie es auch aussehen könnte, wenn wir alle etwas mehr Verständnis haben würden. Aus hier ist der Name der Fahrschülerin frei erfunden.

Heute üben wir nochmal einparken. Lisa, 18, hat die Übung schon dreimal gemacht. Mit meiner Unterstützung. Jetzt darf sie mal alleine probieren. Ich helfe ihr nur, wenn es nötig ist. Wir halten neben einem parkenden Auto. Die schmale Straße ist komplett frei. Lisa konzentriert sich. Sie überlegt, wo nochmal die Punkte waren, an denen sie einlenken soll. Sie legt den Rückwärtsgang ein. Von hinten nähert sich ein Auto. Es wartet hinter uns in angemessenem Abstand. Lisa wird nervös. „ Das Auto…“, sagt sie. Ich beruhige sie und sage ihr, dass der Fahrer sich die Zeit jetzt nehmen muss. Außerdem sind wir ja gleich fertig. Lisa parkt ein, wie ich es ihr gezeigt habe. Wir stehen perfekt in der Lücke. Der Fahrer, der hinter uns gewartet hat, fährt wieder los. Er hält neben uns an, lächelt zu uns herüber, hebt seine rechte Hand und streckt den Daumen nach oben. Dann fährt er weiter. Lisa schaut mich an und strahlt über das ganze Gesicht.

Wir schön wäre es doch, wenn alle Fahrschüler in ihrer Ausbildung ab und zu eine Lisa sein dürften. Wenn ab und zu die erfahrenen Autofahrer Geduld mit uns hätten. Wenn ab und zu eine anderer Autofahrer uns ein verständnisvolles Lächeln entgegenbringen würde. Wenn ab und zu ein anderer Autofahrer ein kleines bisschen warten würde, wenn es mal etwas länger dauert. Wenn uns ab und zu ein anderer Autofahrer loben würde. Uns und unsere Sabines, Stefans, Maries und Thomase, und natürlich auch die Lisas.

Wie schön wäre es, wenn Sie als Leser oder Leserin dieses Artikels beim nächsten mal, wenn ein Fahrschulauto vor Ihnen fährt, einfach mal lächeln würden, und sich an Ihre eigene Fahrschulzeit erinnern würden.

Immerhin haben wir einen Beruf, den anscheinend ja leider niemand machen möchte, da er so anstrengend ist und viel Geduld erfordert. Wenn auch nicht immer mit den Fahrschülern.

Rad – Pedelec – E-Bike – Mofa

Im Urlaub bin ich wieder mehr Fahrrad gefahren und dabei ist mir aufgefallen, dass sich mehr und mehr Fahrräder mit Zusatzmotor im Verkehr tummeln. Aber welche Unterschiede gibt es hier?
Braucht der Fahrer einen Helm?
Dürfen Radwege benutzt werden?
Wird ein Führerschein benötigt?

Bringen wir mal ein wenig Licht ins – jetzt wieder eher einsetzende – Dunkel:

Fahrrad: ist klar, gar kein Motor, muß Radwege benutzen, keine Helmpflicht (aber sehr sinnvoll), kein Führerschein nötig – auch keine Prüfbescheinigung, kein Mindestalter.

 

Pedelec: Es gelten die gleichen Gesetze und Regelungen wie für herkömmliche Fahrräder. Da Sie keine hohen Geschwindigkeiten erreichen, gilt keine Helmpflicht und es gibt auch keine gesetzliche Altersbeschränkung. Pedelecs mit Tretunterstützung bis zu 25 km/h Höchstgeschwindigkeit und maximal 250 Watt starken Motoren gelten verkehrsrechtlich als Fahrräder – auch wenn sie mit einer sogenannten Anfahr- oder Schiebehilfe bis 6 km/h ausgestattet sind. Somit besteht kein Mindestalter, keine Versicherungspflicht und keine Führerscheinpflicht. In Einbahnstraßen, die in Gegenrichtung für Fahrräder freigegeben sind, dürfen Pedelecs in Gegenrichtung einfahren. Keine Helmpflicht, aber empfohlen.

Fahrradnutzern und Pedelec-Fahrern ist eine höhere Promillegrenze erlaubt, während E-Bike-Piloten den strengeren Grenzwerten für Kraftfahrzeugfahrer unterliegen.

Auch der Transport von Kindern in Anhängern ist ausschließlich für Fahrräder und somit auch für Pedelecs erlaubt.

 

E-Bike: Fahrer von E-Bikes mit bis zu 500 Watt starken Motoren benötigen mindestens einer Mofa-Prüfbescheinigung und müssen mindestens 15 Jahre alt sein. Diese schnelleren und/oder leistungsstärkeren Elektrofahrräder gibt es in zwei Varianten:

  • E-Bikes, die bis zu 20 Stundenkilometern alleine mit der Motorleistung gefahren werden können. Mit zusätzlicher Muskelkraft sind höhere Geschwindigkeiten möglich. Zur Helmpflicht: Durch die Begrenzung auf die sogenannte bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit (bbH) von 20 km/h besteht keine Helmpflicht.

  • E-Bikes, die Tretunterstützung über die Geschwindigkeit von 25 km/h hinaus geben. Bei 45 km/h wird der Motor abgeregelt – das E-Bike würde sonst in die Klasse der führerschein- und zulassungspflichtigen Kleinkrafträder fallen (Fahrerlaubnisklasse AM). Beide E-Bike-Typen gelten nicht als Fahrräder im rechtlichen Sinne, sondern gehören zu der Klasse der Kleinkrafträder mit geringer Leistung und benötigen immer ein Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis. Zur Helmpflicht: Sie ist nach § 21a Abs. 2 StVO für Krafträder mit einer bbH von über 20 km/h vorgesehen.

E-Bikes dürfen nur auf Radwegen gefahren werden, wenn es das Zusatzschild „Mofas frei“ erlaubt. Überall dort, wo ein Schild das Befahren mit Motorkrafträdern verbietet, dürfen sich nur Fahrrad- und Pedelecfahrer bewegen.

In Einbahnstraßen, die in Gegenrichtung für Fahrräder freigegeben sind, dürfen E-Bike-Fahrer nicht in Gegenrichtung einfahren. E-Bike-Piloten unterliegen den strengeren Promille-Grenzwerten für Kraftfahrzeugfahrer.

Der Transport von Kindern in Anhängern ist an E-Bikes verboten.

 

Pedelec und E-Bike: Weitere Unterschiede: Pedelec: Unterstützung nur beim Treten. Der NamePedelec ist eine Abkürzung für „Pedal Electric Cycle“. Hier handelt es sich um ein Fahrrad, das die Tretbewegungen des Fahrers mit einem eingebautenElektromotor unterstützt. Hört der Fahrer jedoch auf zu treten, stoppt auch der Motor. Es ist also nicht möglich, sich auf einem Pedelec fortzubewegen, ohne aktiv zu treten. Viele Menschen, die ein Pedelec besitzen, verwenden dafür den umgangssprachlichen Begriff E-Bike, der aber streng genommen nicht korrekt ist. Das E-Bike fährt im Unterschied zum Pedelec auch dann, wenn der Fahrer nicht in die Pedale tritt. Sein Elektromotor lässt sich über einen Griff bedienen, über den der Fahrer auch das Tempo regulieren kann – während er nichts tun muss, als das Gleichgewicht zu halten.

 

Leichtmofa: Der Hubraum des Verbrennungsmotors darf nicht mehr als 30 cm3 betragen. Die Leistung des Motors ist auf maximal 0,50 kW begrenzt. Das Leergewicht des Fahrzeugs ist auf maximal 30 kg begrenzt. Das Leichtmofa darf bauartbedingt eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h erreichen. Eine Gangschaltung ist bei diesem Fahrzeugtyp nicht zulässig, allerdings in Anbetracht der erlaubten Höchstgeschwindigkeit auch nicht erforderlich. Die Versicherung ist durch Anbringen eines Versicherungskennzeichens zu dokumentieren. Die Allgemeine Betriebserlaubnis des Fahrzeugs sowie die Versicherungspolice sind vom Fahrer stets mitzuführen. Ein Führerschein ist nur für nach dem 31. März 1965 geborene Fahrer erforderlich. Hier ist eine Mofa-Prüfbescheinigung ausreichend. Im Unterschied zu Motorradfahrern sind Fahrer von Leichtmofas von der gesetzlichen Helmpflicht befreit. Dennoch ist es empfehlenswert, stets einen Integralhelm zu tragen.

 

Mofa: hier erst mal die offizielle Definiton nach § 4 FEV: „Ein Mofa ist ein einspuriges, einsitziges Fahrrad mit Hilfsmotor – auch ohne Tretkurbeln -, wenn die Bauart Gewähr dafür bietet, dass die Höchstgeschwindigkeit auf ebener Bahn nicht mehr als 25 km/h beträgt; besondere Sitze für die Mitnahme von Kindern unter sieben Jahren dürfen jedoch angebracht sein.“
Radwege außerorts müssen benutzt werden, innerorts dürfen sie nur befahren werden, wenn sie durch ein Verkehrszeichen für Mofas freigegeben sind. Die Benutzung eines Helms ist Pflicht. Es wird kein Führerschein gefordert, aber alle, die nach dem 1.4.1965 geboren wurden, müssen eine Prüfbescheinigung mitführen. Das bedeutet: theoretische und praktische Ausbildung und Ablegung einer theoretischen Prüfung beim TÜV. Das Mindestalter hierfür liegt bei 15 Jahren.

 

Fahrrad mit Hilfsmotor: Hier wird es schon spannend und auch ein wenig unübersichtlich. Wir bemühen erst mal wieder die amtlichen Definitionen:
Im § 6 der FEV findet sich zu Klasse AM:

– Zweirädrige Kleinkrafträder (auch mit Beiwagen) mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h und einer elektrischen Antriebsmaschine oder einem Verbrennungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 50 cm3 oder einer maximalen Nenndauerleistung bis zu 4 kW im Falle von Elektromotoren,

– Krafträder mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h und einer elektrischen Antriebsmaschine oder einem Verbrennungsmotor mit einem Hubraum von nicht mehr als 50 cm3, die zusätzlich hinsichtlich der Gebrauchsfähigkeit die Merkmale von Fahrrädern aufweisen (Fahrräder mit Hilfsmotor),

– dreirädrige Kleinkrafträder und vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge jeweils mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h und einem Hubraum von nicht mehr als 50 cm3 im Falle von Fremdzündungsmotoren, einer maximalen Nutzleistung von nicht mehr als 4 kW im Falle anderer Verbrennungsmotoren oder einer maximalen Nenndauerleistung von nicht mehr als 4 kW im Falle von Elektromotoren; bei vierrädrigen Leichtkraftfahrzeugen darf darüber hinaus die Leermasse nicht mehr als 350 kg betragen. ohne Masse der Batterien im Falle von Elektrofahrzeugen.

Und weiter mit dem § 76 FEV: Wie Fahrräder mit Hilfsmotor werden beim Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen des § 6 Abs. 1 behandelt: a) Fahrzeuge mit einem Hubraum von mehr als 50 cm3, wenn sie vor dem 1. September 1952 erstmals in den Verkehr gekommen sind und die durch die Bauart bestimmte Höchstleistung ihres Motors 0,7 kW (1 PS) nicht überschreitet, b) Fahrzeuge mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h, wenn sie vor dem 1. Januar 1957 erstmals in den Verkehr gekommen sind und das Gewicht des betriebsfähigen Fahrzeugs mit dem Hilfsmotor; jedoch ohne Werkzeug und ohne den Inhalt des Kraftstoffbehälters – bei Fahrzeugen, die für die Beförderung von Lasten eingerichtet sind, auch ohne Gepäckträger – 33 kg nicht übersteigt; diese Gewichtsgrenze gilt nicht bei zweisitzigen Fahrzeugen (Tandems) und Fahrzeugen mit drei Rädern. Radwege dürfen nicht benutzt werden. Helmpflicht. Führerschein der Klasse AM ist erforderlich.

Prüfungsangst – Fluch oder Segen?

Es gibt wohl keine Fahrlehrerin/keinen Fahrlehrer, der noch nie mit diesem Thema konfrontiert war. Die Angst ihrer/seiner Schüler vor der Prüfung, aber auch die eigene Angst vor der Situation: praktische Prüfung. Es wird ja nicht nur der Fahrschüler geprüft sondern jedes Mal steht auch die eigene Arbeit auf dem Prüfstand. Ein TÜV-Prüfer sagte mir vor vielen Jahren (als ich meinen allerersten Prüfling zur praktischen Prüfung vorstellte) den immer noch gültigen Satz:“ Jeder Fahrlehrer kennt seinen Schüler, aber kein Fahrlehrer kennt seinen Prüfling“. Dies kann ich aus vollem Herzen bestätigen.

Aber was genau ist eigentlich diese Prüfungsangst?
Klar definiert ist dieser Begriff nicht, zumal es sich oft um eine sehr subjektive Beurteilung handelt. Für den einen ist Prüfungsangst nur ein ganz leichtes Kribbeln im Bauch, für die andere ein Gefühl der Panik bis zum völligen Zusammenbruch. Oder irgendetwas dazwischen. Dann gibt es auch noch diejenigen, die mangelnde Vorbereitung, z.B. Nicht-Lernen, mit Prüfungsangst entschuldigen.

Prüfungsangst, die sich nicht in Panik äußert, sondern „nur“ zu einer erhöhten Aufmerksamkeit führt, ist sogar nützlich. Sie hilft, die Prüfung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und so Flüchtigkeitsfehler zu produzieren, aber trotz allem nicht zu blockieren sondern aufmerksam zu betrachten bleibenund Gelerntes konzentriert abzurufen.

Echte Prüfungsangst ist allerdings eine ganz andere Hausnummer. Körperlich kann es sich zum Beispiel zeigen durch Schlaflosigkeit, Unruhe, Durchfall, Erbrechen, Tunnelblick und (selber bei einem Prüfling erlebt) Atem anhalten bis zur Ermahnung: Atme mal. Im Auto kann es passieren, dass auf einmal das Bein auf der Kupplung anfängt zu zittern. Natürlich darf man in diesem Fall an geeigneter Stelle anhalten, sogar aussteigen und einmal ums Auto gehen, ohne das der Prüfer dies negativ bewertet.

Warum kommt es überhaupt zum Zittern? Ein Grund ist, dass dem Körper Flüssigkeit fehlt. Durchfall und/oder Übelkeit führen dazu, dass zu wenig getrunken wird. Die Muskeln protestieren. Daher nicht vergessen, des Wasserhaushalt des Körpers in Ordnung zu halten. Auch das Gehirn braucht Wasser zum Arbeiten. Einen weiterern Grund finden wir in unserer Entwicklungsgeschichte: Gehen wir zurück in die Anfänge der Menschheit: Jäger sitzt am Feuer. Plötzlich knackt es im Gebüsch: Anspannung, Erregung, alle Muskeln werden kampf- bzw. fluchtbereit gemacht. Dann das Erkennen des Geräusches. Möglichkeit a) War nur anderer Jäger. Der Körper wird langsam wieder auf Normalbetrieb zurückgefahren, es bleibt genug Zeit zur Entspannung und Regeneration. Möglichkeit b) Der Säbelzahntiger kommt. Blitzartig wird nun die Entscheidung zu Kampf oder Flucht getroffen. Die körperliche Anspannung wird in Bewegung und körperlicher Anstrengung abreagiert. Danach wieder Entspannung. Im Auto – noch dazu in der Prüfungsfahrt – ist weder Kampf noch Flucht möglich (daran hindert schon der Sicherheitsgurt). Die Muskelanspannung muss sich aber lösen, also zittert das Bein.
Prüfungsangst oder Prüfungsanspannung kann sich auch in Blackout äußern, in Weinkrämpfen und in noch jeder Menge anderer Symptome mehr.

Wege aus dieser Angst:
Die eine Patentlösung gibt es nicht, denn jeder von uns „tickt anders“. Wer unter Prüfungsangst leidet, sollte sich rechtzeitig damit auseinander setzen und in Ruhe mit seinem Fahrlehrer sprechen oder sich anderweitig um Hilfe bemühen. Eine ganz schlechte Lösung ist das Unterdrücken der Angst durch Alkohol, Pillen oder andere Drogen. Das mag eventuell das Angstgefühl dämpfen, allerdings wird eine Fahrt unter Einfluss dieser Stoffe schnell zur Straftat und ob man zu gedröhnt das Auto vernünftig durch den Verkehr bewegen kann, ist zumindest zweifelhaft.

Oft hilft es schon, mit Leuten zu sprechen, die gerade vor kurzem ihre Führerscheinprüfung bestanden haben. Und nicht alles zu glauben, was „der Freund eines Freundes einer Freundin“ erzählt, der durchgefallen ist. Oder die Horrorstories, die sich in einigen Internet-Foren zum Thema Prüfung finden. Es ist sehr menschlich, ungern eigenes Versagen zuzugeben. Oft erleben Fahrlehrer es, das ein Fahrschüler, der in der Prüfung einen Fehler macht, dem Prüfer erzählt, diese oder jene Übung habe er nie gemacht. Das ist nicht mal böse Absicht, sondern einfach nur aus der Situation heraus der Versuch, die Prüfung zu retten. Vielen ist dieser Dialog nicht mal hinterher bewusst. Bei einem nicht Bestehen der Prüfung ist dann schnell a) der Fahrlehrer schuld. Diese Übung haben wir ja nie gemacht. b) der Prüfer schuld. Er wollte den Prüfling von Anfang an durchfallen lassen, denn er braucht ja bestimmte Durchfallquoten. c) das Auto. Das hat auf einmal nur noch abgewürgt. d) Irgendetwas anderes

Wenn ihr diese Gerüchte hört und Fragen zur Prüfung habt, redet doch zuerst mit Euren Fahrlehrern. Dann werdet ihr über den Ablauf der Prüfung informiert, es kann auch während einer Fahrstunde eine Prüfungssimulation erfolgen. Dabei fährt ein zweiter Fahrlehrer mit und es wird alles genau so wie „in Echt“ gemacht. Wissen um den Ablauf gibt schon viel Sicherheit. Weder Prüfer noch Fahrlehrer wollen, dass ihre Schüler durchfallen. Die Prüfer haben bei bestandener Prüfung viel weniger Schreibaufwand und die Fahrlehrer lieben zufriedene Kunden.

Oft verbirgt sich hinter der Prüfungsangst eine ganz andere Angst, dies kann aber immer nur im Einzelfall besprochen werden. Bei Fragen oder Problemen in dieser Hinsicht könnt ihr mir gerne Fragen stellen.

Katrin

Bald kommt der Frühling …

… hoffe ich jedenfalls. Damit Euch allen der Einstieg in die kommende Motorradsaison gut gelingt, solltet Ihr jetzt schon daran denken, dass gerade zum Zweiradfahren auch die körperliche Fitness gehört. Ganz ähnlich wie bei den Skifahrern, die ja auch rechtzeitig vorher mit Skigymnastik beginnen. Das muss ja nicht immer der Waldlauf sein, anfangs reicht es aus, öfter mal – geht auch gut vor dem Fernseher – ein wenig „rumzuhopsen“. Auf der Stelle laufen oder hüpfen, ein paar Überkreuzbewegungen etc.
Ich wünsche uns allen jedenfalls ein paar schöne Sonnentage.
Trin

Geiz ist geil?

Wie in jedem Jahr kurz vor Weihnachten laufen die kreativen Köpfe in den Werbe-
agenturen zu Höchstform auf. Vom schon etwas älteren „Geiz ist geil“ oder „Ich bin
doch nicht blöd“ über „Geil ist geil“ zu „Verrückte da draussen“: Hauptsache, der
Kunde wird in den Laden gelockt und denkt, er macht das Schnäppchen seines Lebens!

Dagegen stehen Aussagen wie „Wer billg kauft, kauft zweimal“ oder „Die Freude über
den günstigen Preis dauert nicht so lange wie der Ärger den man später hat“. Was
stimmt denn nun? Kann nicht ein Schnäppchen auch mal ein gutes Produkt sein? Ist das
Teuerste immer das Beste? Diese Fragen muss jeder für sich selber beantworten.

Wie ist das denn bei Fahrschulen? Ist die mit den billigsten Preisen auch die
Günstigste oder zahlt man am Ende doch drauf? Ist die Teuerste die Beste oder wollen
die nur abzocken? Auch das kann ich Euch so pauschal nicht beantworten, wenn ich auch
meine ganz eigenen Gedanken dazu habe.

Verlgeichen wir doch mal Führerschein und Auto:
Mein zukünftiges Auto soll haben: Motor, Getriebe, Lenkung, Gaspedal und Bremse, einen
Sitz, 4 Räder und ein Dach. Reicht doch – oder?
Schon klar, darf ruhig ein bischen mehr sein: Sound-System, Navi, Ledersitze, tolle
Beschleunigung, Alufelgen, Sommer- und Winterbereifung, Sitzheizung, getönte Scheiben,
Spoiler, Servolenkung, verschiedene Fahrer-Assistenz-Systeme z.B. Einparkhilfe, ABS, ESP und und und. Da kommen für einen guten Gebrauchten schon ein paar Tausender zusammen. Vom laufenden Unterhalt ganz zu schweigen. Der kann schon mal die Tausend-Euro-Marke pro Jahr übersteigen. Jahr für Jahr für Jahr!
Mein „Lappen“ muss aber bitte möglichst billig sein, denn ich will mir ja dann gleich ein Auto kaufen. Fahren lernt man ja eh erst später, nicht in der Fahrschule, sagen auch meine Eltern. Zuerst bekomme ich nur ein kleines Auto, weil man ja des erste Auto selber kaputt fährt. Meine Kumpel haben nur acht Fahrstunden gebraucht, mehr brauche ich auch nicht. Was ich beim Führerschein spare, kann ich mehr ins Auto investieren. Breitreifen würden mir gut gefallen oder bessere Boxen.

Viele Leute fahren Ihre Autos so etwa 4 – 5 Jahre, dann muss etwas Neues her.

Manchmal halten die Autos auch nicht so lange:
benzunfall
Der Führerschein (bzw. die Fahrerlaubnis) hält im Normalfall ein ganzes Fahrerleben lang!

Hält die Freude über ein paar gesparte Euro (wenn es denn wirklich so ist!) immer noch an, wenn mehrere Tausend Euro Metallschrott anfallen?
Hält die Freude über ein paar gesparte Euro (wenn es denn wirklich so ist!) immer noch an, während man im Krankenhaus überlegt, wo der Fahrfehler war? Aber vermutlich war ja dann das Auto schuld?

Wieviel gesparte Euro ist ein Menschenleben wert?

Krass – ja sicher. Aber wie jede andere Firma müssen auch Fahrschulen Geld verdienen und werden nichts verschenken. Gute Autos kosten Geld. Gute Fahrlehrer ebenfalls. Aber eine gute Fahrausbildung macht den Straßenverkehr sicherer.