Prüfungsangst, Angst überhaupt als Segen? Als etwas Gutes?

Um diese Aussage zu verstehen, schauen wir doch einfach mal, was es mit der Angst so auf sich hat:

Wir reisen einige Jahrtausende in der Zeit zurück. Unsere Urahnen sitzen in der Dämmerung gemütlich um ein Feuer herum. Plötzlich knackt ein Ast im Unterholz!
Sofort ist jeder in Alarmbereitschaft. Freund oder Feind? Ist dort mein nächstes Essen im Anmarsch und ich kann es erjagen oder bin ich etwas als Abendessen auserkoren?
Blitzschnell müssen Entscheidungen getroffen werden. Angriff oder Flucht? Entwarung – es kommt ein Freund?

Hier kommt nun die Angst ins Spiel. Durch viele chemische Vorgänge im Gehirn wird der Körper in Hochleistungsbereitschaft versetzt. Die Sinne schärfen sich, die Muskeln spannen sich an udn sind zu allem bereit. Durch die Möglichkeit, auf jede nun erdenkliche Situation richtig und schnell zu reagieren, wird (wurde) das Überleben gesichert.

Damit der Mensch gesund und nervlich belastbar bleibt, muß aber auf jede Anspannung eine Entspannung folgen. Um bei unserem obigen Beispiel zu bleiben war dies entweder Jagd oder Flucht – körperliches Auspowern! Oder die lebhafte Begrüßung eines Freundes – auch hier Bewegung und Reden! Die Anspannung wird abgearbeitet, was bleibt ist Entspannung. Es kann sich kein negativer Streß entwickeln, da dieser i.d.R. aus fehlender Entspannung aufgebaut wird.

Was hat das nun mit der Prüfungsangst zu tun?
Unser Gehirn hat noch sehr viele Urinstinkte bewahrt, da diese über die Jahrtausende das Überleben der Menschheit gesichert hat. Die Anpassung an die „Neuzeit“ ist hier nur eingeschränkt erfolgt.

Prüfung bedeutet: Eine Situation, in der ich mich nicht wohl fühle; die ich nicht komplett allein in der Hand habe sondern die die gefühlte Abhängigkeit vom Prüfer bedeutet. Ich möchte gerne fliehen, darf aber nicht. Die angespannten Muskeln – Fluchtreflex – können nicht entspannen. Das kann sich äußern im Beinzittern, Zucken im Augenbereich, feuchten Händen, Hitzewallung und vielen anderen Symptomen mehr.

Ideal wäre es, in diesem Fall die Anspannung abzuarbeiten, zB. eine Runde um den Block laufen oder gehen, Wasser trinken, Hüpfen etc. Ja, auch während einer Prüfungsfahrt ist dies möglich, wenn dazu korrekt am Straßenrand gehalten wird und die Aussage kommt: “ Ich brauche mal ne ganz kurze Pause vor lauter Prüfungsangst“.

Es gibt noch ein paar Möglichkeiten, die Angst in den Griff zu bekommen. Sprecht dazu bitte rechtzeitig mit Eurem Fahrlehrer oder mit dem Büro, damit wir ganz gezielt einen Termin absprechen können, Euch zu diesem Thema zu beraten.

Ihre Fahrschule in Hannover und Lehrte.